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Wundheilung

Wundversorgung beim Tier

Wie wichtig ist eine fachgerechte Wundversorung beim Tier?

Wunden passieren meist genau dann, wenn man sie am wenigsten braucht: vor dem Urlaub, einem Termin oder am Wochenende. Zwei Dinge sind entscheidend für die Wundversorgung am Tier: Sofort sprühen hilft am besten UND was zuerst auf die Wunde kommt, entscheidet über den gesamten Heilungsverlauf.

 

Der Tierheilpraktiker in der Wundversorgung

 

Die feuchte Wundversorgung steckt in der Veterinärmedizin immer noch in den Kinderschuhen. So ist die Versorgung mittels „Versuch und Irrtum“ selbst in Fachkreisen weithin verbreitet. Hilft die eine Salbe nicht, kommt das nächste Spray zum Einsatz. Tierheilpraktiker können hier ihre Kompetenzen in zweierlei Hinsicht erweitern: ihre Kunden über zuverlässig wirksame Wege der feuchten Wundversorgung aufklären UND die Tierbesitzer im Ernstfall oder bei Wundheilungsstörungen kompetent unterstützen.

 

Welche Tier-Wunden selbst versorgen?

 

  • Oberflächliche Abschürfungen entfernt liegend von Augen und Gelenken
  • Oberflächlicher Ballentritt
  • Scheuerstellen/Druckstellen vom Sattel, Gurt, Geschirr oder anderer Ausrüstung
  • Hotspots durch Scheuern oder Lecken,
  • Oberflächliche Bisswunden
  • Streifwunden und kleine Schnittverletzungen,
  • Stichverletzungen wie z.B. von einer Zecke, als Einstichstelle beim Spritzen (Spritzenabszess) oder durch scharfe oder spitze Gegenstände (bis 0,5cm Tiefe).                                                                        

Feuchte versus trockene Wundversorgung

 

„Wunden heilen am besten, wenn sie an der Luft trocknen.“ Was stimmt daran nicht?

In der trockenen Wundversorgung trocknen Wunden unbehandelt an der Luft. Die Folge kann eine Verschlimmerung am 2. Tag sein oder dass sich eine Kruste bildet oder dass bei jedem Verbandwechsel die neu gebildete Haut beim Tier verletzt wird, da sie an der Kompresse klebt.

In der feuchten Wundversorgung wird die Wunde des geliebten Vierbeiners direkt nach der Reinigung feucht gehalten. So wird im Anschluss an die Reinigung ein feuchtigkeitserhaltendes Mittel aufgetragen. Dies bildet einen Schutzfilm, der Fliegen und Erreger von der Wunde des Tieres fernhält. Wissenschaftlich untersucht ist, dass die feuchte Wundversorgung den Regenerationsprozess der Haut verbessert, das Risiko von Komplikationen reduziert und die Bildung unschöner Narben verringert.

 

Mittel zur Wundversorgung beim Tier

 

Der Goldstandard in der Mittelauswahl zur feuchten Wundversorgung am Tier ist die 2-Phasen-Pflege. Das erste Mittel dient zur Reinigung des Wundbereiches und in der 2. Phase wird ein feuchtigkeitsförderndes Wundmilieu erzielt.

Verschiedene Kombinationen eignen sich zur feuchten Wundpflege: HOCL*-Spray flüssig & HOCL* Hydro-Gel oder Polihexanid-Wundspüllösung & medizinischer Honig oder Kolloidales Silber & medizinischer Honig bzw. Aloe Vera Gel.

*HOCL ist die Abkürzung für Hypochlorige Säure. Sie entsteht mittels Elektrolyse unter Zugabe von Wasser, Salz und Strom entsteht. Es wird bereits erfolgreich in der Wundversorgung im Humanbereich angewendet. Für Pferde sollte speziell entwickeltes Anolyth verwendet werden. Anolyth ist nicht gleich Anolyth.

 

3  Schritte zur Wundversorgung am Tier

 

Der 1. Schritt ist die Reinigung der Wunde. Nur saubere Wunden können heilen. Die betroffenen Stellen bis zu viermal täglich einsprühen. Geeignet sind z.B. Haut-Talent mit HOCL von BÄRALIS®, eine Polihexanid-Wundspüllösung oder Kolloidales Silber.

Im 2. Schritt – nach leichtem Antrocknen des Reinigungssprays – die Wunde feucht halten. Geeignet sind z. B. Hydro-Gel für Pferde von BÄRALIS®, medizinischer Honig oder Aloe Vera Gel. Salben, Cremes und Silberspray sind zum Feuchthalten und auf frischen Wunden ungeeignet.

Im 3. Schritt kann bei Bedarf ein Verband angelegt werden. Hierzu die sterile Wundkompresse mit einem Hydro-Gel benetzen und auf die betroffene Stelle legen, mit einer Mullbinde umwickeln und mit einer selbstklebenden Binde fixieren. Einen Verband spätestens nach 24 Stunden wechseln.

 

Hinweis für Tierhalter: Zum Wohle des geliebten Vierbeiners lieber öfter und frühzeitig professionelle Hilfe holen. Vor allem wenn nicht klar erkennbar ist, welche Strukturen verletzt sind. Bei Wunden mit Begleiterscheinungen wie Lahmheit, Fieber, Schwäche, Phlegmone und bei jeder Verschlimmerung am 2. Tag sollte der Haustierarzt oder auf Wunden spezialisierte Therapeut gerufen werden.

Phasengerechte Wundpflege einer Verletzung am Röhrbein bei 14-jährigem Dressurpferd

Wunde Reinigungsphase

1. Wunde Reinigungsphase

Bei der frischen Wunde trat punktartig Blutplasma (klare Flüssigkeit) aus, innerhalb von 3 Stunden bildete sich eine dünne Schutzschicht. Pflege: Die Haut 2x täglich gereinigt und mit dem Gel bedeckt.

Wunde Granulationsphase

2. Wunde Granulationsphase

Die Wunde ist am 2. Tag verschlossen, das Gewebe granuliert gleichmäßig und die Wundränder verengen sich. Es kam zu keinem Zeitpunkt zu einer Wundinfektion oder einem Einschuss. Pflege 1 Woche lang: Reinigung 1x und 2x täglich befeuchtet. Wunde weder berühren, noch Salben auftragen.

3. Wunde Regenerationsphase 1+2

Auf dem neu gebildeten Gewebe wächst Fell nach. Wichtig: in Fellfarbe. Wundruhe bewahren! Der Körper übernimmt diesen Prozess allein bis zur vollständigen Haut- und Fellregeneration.

Verbandwechsel

 

Ein Verbandwechsel sollte beim Tier nach 12 bis 48 Stunden erfolgen. So können Folgeschäden durch zu feste Verbände, zu langes Fixieren des Wundgewebes, nekrotisches Gewebe oder Infektionen frühzeitig erkannt bzw. vorgebeugt werden.  

 

Narbenpflege

 

Ein Hydro-Gel für Pferde z. B. mit BÄRALIS®-Anolyth eignet sich äußerlich zur sanften Narbenpflege oder Massage mit mäßigem Druck von verfilztem Fasziengewebe und APM-Creme zum Entstören von Narben.

 

5 goldene Regeln in der Wundversorgung beim Tier

 

  1. Sofort sprühen hilft am besten!
    Jede kleinste Wunde ernst nehmen, reinigen und feucht halten.
  2. Was zuerst auf die Wunde kommt entscheidet über die gesamte Heilung!
    Zink-, Alu-, Blauspray entsprechen nicht der modernen 2-Phasen Pflege.
  3. Kleine Wunden verschließen sich natürlicherweise innerhalb von 3-5 Stunden!
    Bei korrekter Erstversorgung entstehen kaum Komplikationen.
  4. Narben: Vorbeugen ist besser als heilen!
    Mit feuchter Wundversorgung wildem Fleisch und geschwülstigen Narben vorbeugen.
  5. Vorräte frühzeitig auffüllen!

Vorrat anlegen bzw. zeitnah nachfüllen: Sprays, Einmalhandschuhe, sterile Kompressen.

 

Du willst mehr zur modernen Wundversorgung beim Tier wissen?

Dann nimm am Gratis-Online-Coaching  “BÄRALIS®-2-Phasen-Pflege“ für Pferde und Kleintiere am 08.11.2022 um 19.00 Uhr mit Susan Bär teil!

Info zu den Inhalten folgt!

 

Susann Bär

Autorin: Susann Bär

Susan ist Tierheilpraktikerin. Sie ist Pferdeosteopathin und spezialisiert auf Wundversorgung am Tier, Faszien und Entsäuerung.

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