Urtinkturen in der Tierheilpraxis

Pflanzliche Urtinkturen in der Tierheilpraxis

„Pflanzliche Urtinkturen in der Tierheilpraxis“ ein Gastartikel von der Tierheilpraktikerin Iris Lenz

Was sind Tinkturen?

Eine Tinktur ist ein wässrig-alkoholischer Auszug aus getrockneten Heilpflanzen, im Fachbegriff als „Droge“ bezeichnet. Das Verhältnis von Tinktur zu Droge ist meist 5:1.

Urtinkturen

Werden oft als Mutter der homöopathischen Arzneimittel bezeichnet. Im Gegensatz zu Tinkturen werden Urtinkturen in der Regel aus frischen Pflanzen durch Extraktion (herausziehen) mit Alkohol hergestellt. Das homöopathische Prinzip, die Potenzierung, ist in Form der Urtinktur noch nicht verwirklicht. Somit kann die Urtinktur auch als Extraktform der Phytotherapie angesehen werden. Urtinkturen sind stofflich ca. halb so konzentriert wie Tinkturen, haben jedoch bei guter Qualität eine stärkere Wirkung.

Der Einsatz von Urtinkturen eignet sich bei akuten und chronischen Erkrankungen auf körperlicher und psychischer Ebene. Ihre bestechenden Vorteile entwickeln sie in Bezug auf das Wesen der Pflanze (Erscheinung, Gestalt, Farbe, Duft, Konsistenz und Geschmack).

Kombinierbarkeit von Urtinkturen

Bei der Einnahme von mehreren Urtinkturen sollte ein zeitlicher Abstand von mind. 30 Minuten zwischen zwei Mitteln eingehalten werden. Dadurch kann die jeweilige volle Entfaltung der Wirkung erfolgen. Auch die Einnahme zu verschiedenen Tageszeiten (ein Mittel am Morgen, ein Mittel am Mittag und allenfalls ein Drittes am Abend) hat sich sehr bewährt.

Interaktion mit anderen Präparaten und Mitteln

Bei der Einnahme von tiefen Dosierungen der Urtinkturen sind in der Regel keine Interaktionen zu befürchten. Urtinkturen können also mit anderen Mitteln aus der Schul- und Komplementärmedizin kombiniert werden.

Zu beachten: vor Operationen sollen die Urtinkturen einige Tage zuvor abgesetzt werden, da eine Beeinträchtigung der Wirkung von Narkosemitteln nicht auszuschliessen ist.

Urtinkturen beim Tier

Bei korrekter Anwendung, ist die Anwendung der Urtinkturen beim Tier problemlos. Bereits kleine Mengen sind hochwirksam und i.d.R. werden die Urtinkturen gut akzeptiert und auch gut vertragen. Da Urtinkturen, wie die homöopathischen Mittel, zu Erstverschlimmerung oder Umkehrreaktion führen können, ist eine einschleichende Dosierung sehr wichtig. Urtinkturen können kurweise oder bei alten Tieren, je nach Präparat, auch dauerhaft eingesetzt werden

Äusserlich können die Urtinkturen mit Wasser verdünnt auf z.B. auf Haut oder Fell aufgetragen werden (bei sehr jungen Tieren, bei Verletzungen, wenn das Tier die Einnahme verweigert usw.)

Innerlich können die Tropfen mit dem Futter oder auf einem Leckerli verabreicht werden. Bei einem zeitlichen Abstand von ca. 20 Minuten, zwischen Auftropfen der Tinktur und Verabreichung vom Futter, sollte der enthaltene Alkohol bei Raumtemperatur verdampft sein. Damit ist auch für eine Anwendung bei Katzen möglich.

Jalf, ein wunderbares Beispiel aus meiner Praxis

Jalf ist ein Alaskan Husky, Rüde, geb. 2015, lebt mit 36 weiteren Schlittenhunden im Rudel. Er wird regelmässig zum Ziehen eingesetzt (im Winter am Schlitten, im Sommer am Scooter oder beim Trekking). Er hatte seit mehreren Monaten am einem Vorderlauf, beim Handgelenk, eine offene Stelle (ca. 5 cm im Durchmesser) von einer Operation und an einem Hinterlauf eine kleinere offene Stelle (ca .2 cm). Diese Wunden leckte er permanent auf. Alle Behandlungen mit Antibiotika, Cortison, diverse Salben, kolloidales Silber, Bachblüten uvm. brachten nur sehr kurzfristigen oder gar keinen Erfolg. Auch Verbände entfernte Jalf nach kurzer Zeit, wenn er unbeobachtet war. Einerseits waren diese Stellen eine Eintrittspforten für allerlei Erreger und dann wurden die Besitzer ständig von den Kunden der Schlitten-Trails auf diese offenen Wundflächen angesprochen. Jalf war in seiner Arbeit am Schlitten von der Wunde kaum beeinträchtigt.

In der Anamnese wurde Jalf als zurückhaltend beschrieben, der sehr sensibel auf Veränderungen reagiert, indem er sich noch mehr zurücknimmt. Im Rudel hatte es einige Veränderungen gegeben, da in den vergangenen 6 Monaten mehrere Hunde altershalber gestorben waren. Das Rudel war daran, sich neu zu ordnen, Er liebt es von den Kunden gestreichelt zu werden und am Schlitten ist er der grösste „Arbeiter“ von allen, da läuft er zur Hochform auf (auch bis an seine Grenzen und darüber), da sticht er klar aus allen anderen heraus. Im Rudel ist er absolut sozial.

Ich habe mich nach der Ursachentestung mit der Bioresonanz und der Anamnese unter anderem für die Calendula-Urtinktur entschieden. Jalf bekam als Enddosis 3 Tropfen täglich innerlich verabreicht. Nach 2 Wochen war die Wunde am Hinterlauf ganz geschlossen und die Wunde am Vorderlauf zur Hälfte! Nach weiteren 2 Wochen schloss sich auch die Wunde am Vorderlauf. Seit Beginn der Gabe der Urtinktur hat Jalf nie mehr an diesen Wunden geleckt. Auch im Verhalten wurde Jalf viel offener. Die Ringelblume wirkte da mit ihrer tröstenden und balsamischen Kraft auf der seelischen Ebene wunderbar. Wir alle waren überwältigt und hoch erfreut von diesem rasanten Verlauf.

 

Mehr über die Anwendung der Urtinkturen

Im Online-Coaching „Pflanzliche Urtinkturen – Anwendung in der Tierheilpraxis“ werden die Möglichkeiten zur Regulation von Organen und Systemen, die Unterstützung von psychischen Belastungen und einzelne Notfallmittel, zusammen mit der richtigen Anwendung und Kombinationsmöglichkeiten, eingehend erklärt und besprochen.