FORL bei der Katze

FORL bei der Katze: ein Gastbeitrag von Petra Einig, Tierheilpraktikerin

FORL (feline odontoclastic resorptive läsion) neue Bezeichnung RL (Resorptive Läsion) ist eine schmerzhafte Zahnerkrankung der Katze. Körpereigene Zellen greifen die Zahnsubstanz an und lösen diese von der Wurzel her auf. Bei 25 – 30 % der Katzen kommt diese Erkrankung vor, bei Katzen über fünf Jahren ist sogar jede zweite betroffen.

Man unterscheidet zwei Formen von FORL

FORL Typ 1 – entsteht meist mit Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis) und des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Das Zahnfleisch ist stark entzündet und gerötet. Durch das geschwollene Zahnfleisch können die Zahndefekte unbemerkt bleiben. Es finden neben den Veränderungen an den Zähnen auch Abbauvorgänge an den Zahnfächern statt.

FORL Typ 2 – entsteht meist ohne Entzündungszeichen. Die Zähne scheinen gesund und es finden sich allenfalls kleine Zahnfleischentzündungen, die örtlich begrenzt sind. Bei diesem Typ findet der Zahnabbau ohne Umbau des Zahnfaches statt. Das resorbierte Material wird häufig durch Ersatzgewebe, wie z.B. Knochen, ersetzt.

Beide FORL Typen können gleichzeitig nebeneinander auftreten. Eine Abgrenzung ist nicht immer möglich. Eins haben beide gemeinsam, sie verursachen bei der Katze Schmerzen, da der Zahnnerv während des Abbaus aktiv bleibt.

 

Ursachen

Wissenschaftlich werden mehrere Ansätze diskutiert. Eine Störung des Calcium-Phosphor-Haushaltes, wodurch eine vermehrte Bildung von Vitamin D3 im Körper ausgelöst wird, was wiederum zu einer Mobilisierung von Calcium und Phosphor aus der Hartsubstanz führt. Eine vermehrte Zufuhr von Vitamin D3 über das Futter, hormonelle Störungen (Kastration), Entzündungen des Zahnfleisches oder Zahnhalteapparates, ein mechanisches Trauma oder auch der natürliche Alterungsprozess.

Die Parodontitis gilt als Risikofaktor, begünstigt die Entstehung von FORL und spielt somit eine nicht unwesentliche Rolle bei dieser Erkrankung.

 

Pathogenese

Auch wenn die Ursachen nicht geklärt sind, herrscht weitgehend Einigkeit über die Entstehung. Im Körper der Katzen werden körpereigene Zellen aktiviert, die sogenannten Odontoklasten. Diese Zellen kommen eigentlich nur bei jungen Katzen zum Einsatz, um die Wurzeln der Milchzähne aufzulösen. Bei an FORL erkrankten Katzen werden diese Zellen aktiviert und zerstören die gesunde Zahnsubstanz. Die Zähne werden, meist von der Zahnwurzel an, durchlöchert und abgebaut. FORL wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt werden.

 

Symptome

Da Katzen Schmerzen sehr lange verbergen können, ist es wichtig sie genau zu beobachten. Anzeichen von FORL können sein:

  • Verändertes Verhalten in der Futteraufnahme, wie z.B. verminderte Fresslust
  • Fallenlassen von Futter
  • Meiden von Trockenfutter
  • Schnelles und hastiges Fressen
  • Kopfschiefhaltung mit einseitigem Kauen
  • Vermehrtes Speicheln
  • Zähneknirschen
  • Mundgeruch
  • Reiben mit der Pfote am Maul

 

Diagnose

Zahnfleischrötungen, Zahnfleischentzündungen, Wucherungen am Zahnfleisch, Beschädigungen der Zahnkrone, abgebrochene oder fehlende Zähne können auf FORL hinweisen. Eine eindeutige Diagnose, die das gesamte Ausmaß zeigt, wird nur durch das Dentalröntgen der Zähne gewährleistet.

 

Prophylaxe

Da man die Ursachen für FORL nicht eindeutig kennt, ist eine gezielte Prophylaxe bisher nicht möglich. Auf jeden Fall sollten die Tierhalter über FORL aufgeklärt werden, damit sie sensibel auch auf die Zahngesundheit ihrer Katze achten und erste Anzeichen erkennen. Gründliche Zahnhygiene kann die Erkrankung verlangsamen. Beim Futter sollte der Halter darüber informiert werden, dass auch hier Trockenfutter keine Alternative ist, da es sich in den Zahntaschen absetzen kann und so Entzündungen begünstigt. Vorteilhaft sind würfelgroße Stücke rohes Fleisch zu füttern.

 

Behandlung

FORL ist nicht heilbar. Meist sind auch mehrere Zähne betroffen. Alle betroffenen Zähne müssen vom Tierarzt gezogen werden, um der Katze weitere Schmerzen zu ersparen. Auch wenn das sehr drastisch klingt, Katzen kommen auch ohne Zähne recht gut klar, da sie Beute sowieso eher unzerkleinert schlucken.

Mit naturheilkundlichen Therapien ist es im günstigen Fall möglich, den weiteren Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen. Hierbei kommen neben Futterumstellung, einer gründlichen Zahnhygiene, die Stärkung des Immunsystems, Heilpilze, klassische Homöopathie oder auch die Bioresonanz-Therapie zur Anwendung.

Petra Einig

Tierheilpraktikerin / Tierpsychologin

www.tierheilpraxis-einig.de